InfarctCare

Differenzierte Analyse der Versorgungsqualität bei akutem Herzinfarkt

Intelligente Herzinfarkt-Versorgung

Das Projekt InfarctCare hat zum Ziel, die regionale Versorgungsqualität bei akuten Herzinfarkten zu verbessern. Hintergrund ist die hohe Herzinfarktmortalität in Thüringen und die Tatsache, dass PatientInnen in ländliche Regionen oft schlechter und später behandelt werden als in städtischen Gebieten.

Worum geht es konkret?
InfarctCare entwickelt ein intelligentes Daten- und Qualitätsmanagementsystem, das den gesamten Behandlungsablauf eines akuten Herzinfarkts, vom Notruf bis zur Krankenhausentlassung, elektronisch erfasst. Durch dieses System soll die bestehende Prozess- und Strukturqualität in klinischen Einrichtungen evaluiert und daraus konkrete Strategien abgeleitet werden, um die Versorgung in strukturschwachen Regionen nachhaltig zu verbessern.

Welche Technologien kommen zum Einsatz?
Das Projekt setzt auf ein elektronisches Daten- und Qualitätsmanagement. Dies beinhaltet die Schaffung von Interoperabilität zwischen verschiedenen klinischen Versorgungsstrukturen, um einen reibungslosen Datenaustausch zu gewährleisten. Zudem werden automatisierte Verfahren für Plausibilitäts- und Fehlerprüfungen konzipiert, um die Datenqualität zu sichern und die Prozesseffizienz zu steigern.

Warum ist der Einsatz in ländlichen Regionen besonders wichtig?
Analysen haben gezeigt, dass die Behandlung von HerzinfarktpatientInnen in ländlichen Regionen signifikant schlechter und später erfolgt als in städtischen Gebieten. Das Projekt zielt direkt auf diese Ungleichheit ab. Durch die Erfassung und Analyse des gesamten Behandlungsablaufs sollen gezielte Strategien zur Verbesserung der Versorgungsqualität abgeleitet und umgesetzt werden, um die Lücke zwischen städtischer und ländlicher Versorgung zu schließen.

Wer arbeitet mit?
Das Projekt InfarctCare wird von PD Dr. med. habil. Sylvia Otto (Universitätsklinikum Jena) geleitet. Beteiligt sind außerdem Prof. Dr. Johannes Winning (Ernst-Abbe Hochschule Jena), Patrick Aichroth (Fraunhofer IDMT, Ilmenau) und Ingo Buchholz (TAKWA GmbH, Erfurt). Gemeinsam bringen die PartnerInnen aus Universitätsklinik, Hochschule, Forschungseinrichtung und Medizintechnikunternehmen klinische Erfahrung und technologische Innovation zusammen, um die Versorgung von HerzinfarktpatientInnen, besonders in ländlichen Regionen, nachhaltig zu verbessern.

Projektleitung

Univ.-Prof. Dr. Christian Schulze
Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Jena
https://www.uniklinikum-jena.de/