MED4YOU

Entwicklung eines zielgruppenadaptiven Methodenpools zur Steigerung der Akzeptanz digitaler Lösungskonzepte

MED4YOU untersucht, wie die Akzeptanz digitaler Anwendungen im Gesundheitswesen gezielt unterstützt werden kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Faktoren beeinflussen, ob PatientInnen und medizinisches Personal digitale Lösungen wie Telemedizin annehmen und im Versorgungsalltag nutzen.
Dafür entwickelt das Projekt einen zielgruppenadaptiven Methodenpool mit praxisnahen Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung. Die entwickelten Ansätze werden am Beispiel telemedizinischer Software erprobt und in einem digitalen prototypischen Tool gebündelt. Die Ergebnisse sollen auch auf weitere digitale Medizinprodukte und Anwendungsfelder übertragbar sein.

Worum geht es konkret?‍

Digitale Technologien können neue Möglichkeiten für die medizinische Versorgung schaffen. Ihre Einführung hängt jedoch nicht allein von technischen Voraussetzungen ab. Auch die Bedürfnisse, Erwartungen und Erfahrungen der Menschen, die diese Anwendungen nutzen sollen, spielen eine zentrale Rolle.
MED4YOU setzt deshalb frühzeitig im Entwicklungsprozess an. Auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Technologieakzeptanzforschung werden zunächst relevante Zielgruppen und Akzeptanzfaktoren identifiziert. In Workshops und Befragungen werden diese gemeinsam mit PatientInnen, medizinischem Personal und Praxispartnern diskutiert und weiterentwickelt.
Darauf aufbauend entsteht ein Methodenkatalog mit zielgruppenspezifischen Maßnahmen, die EntwicklerInnen und andere AkteurInnen bei der Gestaltung digitaler medizinischer Anwendungen unterstützen sollen.

Wie funktioniert der Methodenpool?‍

Der Methodenpool verbindet Erkenntnisse aus der Technologieakzeptanzforschung mit Erfahrungen aus der Praxis. Dabei werden unter anderem partizipative Ansätze wie Co-Creation und Co-Design berücksichtigt. Auch weitere Ansätze zur Unterstützung der Akzeptanz werden hinsichtlich ihrer Eignung für unterschiedliche Zielgruppen und Anwendungssituationen untersucht.
Die entwickelten Maßnahmen werden zunächst in einem Methodenkatalog zusammengeführt und anschließend am Praxisbeispiel Telemedizin erprobt. Dabei wird untersucht, welche Faktoren die Akzeptanz telemedizinischer Software beeinflussen und welche Maßnahmen sich im praktischen Einsatz bewähren. Die daraus gewonnenen Erfahrungen fließen wiederum in die Weiterentwicklung des Methodenkatalogs ein.
Im weiteren Projektverlauf wird der Methodenkatalog in ein digitales, nutzerzentriertes Tool überführt. Dieses soll passende Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung für unterschiedliche medizinische Produkte und Zielgruppen vorschlagen und dabei auch Aufwand und erwarteten Nutzen berücksichtigen.

Was bringt das für die Versorgung?

Damit digitale Gesundheitsanwendungen ihren Nutzen im Versorgungsalltag entfalten können, müssen sie von den jeweiligen NutzerInnen verstanden, akzeptiert und angemessen eingesetzt werden. MED4YOU setzt deshalb nicht erst bei der Einführung fertiger Technologien an, sondern berücksichtigt Akzeptanz bereits während des Entwicklungsprozesses.
Die entwickelten Methoden sollen dazu beitragen, digitale medizinische Produkte stärker an den Bedürfnissen ihrer jeweiligen Zielgruppen auszurichten. Am Beispiel telemedizinischer Software wird untersucht, wie sich Akzeptanzbarrieren erkennen und durch geeignete Maßnahmen adressieren lassen. Langfristig sollen die entwickelten Methoden auch auf weitere digitale Medizinprodukte und Anwendungsbereiche übertragbar sein.
Als Querschnittsprojekt des wecare-Bündnisses werden die Ergebnisse zudem so aufbereitet, dass auch andere Projekte und Partner von den entwickelten Methoden und Werkzeugen profitieren können.

Wer arbeitet mit?‍

MED4YOU verbindet wissenschaftliche und industrielle Expertise. Die Projektkoordination liegt beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Institut für Datenwissenschaften in Jena. Als Industriepartner ist die zollsoft GmbH beteiligt, die ihre Erfahrung in der Entwicklung digitaler und telemedizinischer Software einbringt. Beide Partner arbeiten eng bei der Entwicklung, Erprobung und Weiterentwicklung der Methoden zusammen.
Darüber hinaus werden Praxispartner aus der Region sowie weitere Partner aus dem wecare-Bündnis einbezogen. Dazu gehören unter anderem medizinische Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen und weitere AkteurInnen des Gesundheitswesens. Sie bringen ihre Erfahrungen und Anforderungen in Workshops und Befragungen ein und unterstützen die Erprobung der entwickelten Methoden.

Wo wird erprobt?

Die Arbeiten von MED4YOU werden insbesondere mit Praxispartnern und Zielgruppen aus der wecare-Projektregion durchgeführt. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz der entwickelten Methoden am Beispiel telemedizinischer Software. Dabei werden unter anderem medizinisches Personal und PatientInnen einbezogen, um Anforderungen und Erfahrungen aus dem Versorgungsalltag zu berücksichtigen.
Die entwickelten Methoden und das digitale Tool sind dabei nicht auf eine einzelne Region oder ein bestimmtes medizinisches Anwendungsfeld beschränkt. Sie sollen perspektivisch auch auf weitere wecare-Projekte sowie andere digitale Medizinprodukte übertragen werden können.

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Projektleitung

apl. Prof. Dr. habil. Christian Thiel
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Institut für Datenwissenschaften
https://www.dlr.de/de