Diagnostik der Vitalwerte im häuslichen Umfeld


Das Projekt Vital@Home schafft die Grundlagen für die kontaktlose und kontinuierliche Aufnahme von Vitalparametern und Aktivitätsschätzungen direkt im häuslichen Umfeld. Durch die Vernetzung dieser Gesundheitsdaten mit medizinischen Leistungserbringern soll der nachteiligen Strukturentwicklung in ländlichen Regionen entgegengewirkt werden.
Worum geht es konkret?
Das Projekt entwickelt eine neuartige, telemedizinische Lösung, die den Gesundheitszustand von betreuten Personen kontinuierlich und berührungslos kontrolliert. Erfasst werden Vitalparameter wie Herzrate, Atemfrequenz, Körpertemperatur, und Sauerstoffsättigung, aber auch Bewegungsmuster. Bei Bedarf können Pflege- oder Rettungsdienste automatisch informiert werden. Die erhobenen Daten, wie z.B. Historien zu Bewegung oder Körperlage, können zudem für medizinische Langzeitbeurteilungen genutzt werden.
Welche Technologien kommen zum Einsatz?
Das Herzstück des Projekts ist eine innovative, multimodale und miniaturisierte Kamerasensorik. Diese soll kontaktlos und kontinuierlich Vitalparameter und Aktivitätsschätzungen aufnehmen. Ein weiterer Projektinhalt ist ein Konzeptentwurf zur Miniaturisierung dieser Kamerasensorik, um sie in Alltagsgegenstände wie Spiegel, als Fernseheraufsatz oder sogar in Mobiltelefone integrieren zu können. Durch die Integration in alltägliche Abläufe soll eine hohe Akzeptanz der digitalen Technik erreicht werden.
Warum ist der Einsatz in ländlichen Regionen besonders wichtig?
Das Projekt unterstützt explizit das Ziel des wecare-Bündnisses, der nachteiligen Strukturentwicklung in ländlichen Regionen entgegenzuwirken. Die kontaktlose und kontinuierliche Überwachung von Vitalparametern im häuslichen Umfeld ermöglicht eine bessere medizinische Betreuung von Personen, die aufgrund von Distanzen oder fehlender Infrastruktur möglicherweise keinen einfachen Zugang zu regelmäßigen Arztbesuchen haben. Durch die Telemedizin können medizinische Leistungserbringer auch aus der Ferne informiert werden, was die Versorgungsqualität in ländlichen Gebieten deutlich verbessert.
Wer arbeitet mit?
Hauptpartner im Projekt Vital@Home ist MEYTEC GmbH Informationssysteme (Werneuchen, Teilprojektleitung) und das Fraunhofer IOF (Jena). Als assoziierte Partner wirken Steinbeis Qualitätssicherung und Bildverarbeitung GmbH (Ilmenau) sowie LUCAS Instruments GmbH (Jena) mit. Gemeinsam entwickeln die PartnerInnen Technologien zur berührungslosen Messung von Vitalparametern und zur Aktivitätsschätzung im häuslichen Umfeld, mit dem Ziel, die Gesundheitsversorgung insbesondere in ländlichen Regionen zu verbessern.