12. Mai - Internationaler Tag der Pflege
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Der 12. Mai ist der internationale Tag der Pflege. Anlässlich des Geburtstages von Florence Nightingale, welche die moderne Krankenpflege begründete, soll dieser Tag die Arbeit von Pflegekräften würdigen, ihre wichtige Arbeit sichtbarer machen und ihre zentrale Aufgabe im Gesundheitssystem betonen.[1]
Florence Nightingale gilt als Begründerin der modernen Krankenpflege. Sie wurde 1820 geboren und entschied sich trotz gesellschaftlicher Widerstände für die Pflege und setzte sich früh für eine bessere Ausbildung und Standards ein. Während des Krimkrieges wurde sie als „The Lady with the Lamp“ bekannt, da sie verwundete Soldatenversorgte und dabei nachts eine Lampe mit sich trug. Sie wirkte an der Reform des Sanitätswesens der Armee mit und veröffentlichte ihr „Notes of Nursing“. Dank Nightingale besserten sich die hygienischen Bedingungen in Krankenhäusern deutlich und sie legte die Grundlage für die professionelle Pflege, wie wir sie heute kennen.[2]
Der Pflegeberuf ist ein innovativer, anspruchsvoller und vor allem unverzichtbarer Gesundheitsberuf. Pflege umfasst viele Handlungsfelder und Aufgabenbereiche. Zu ihnen gehören zum Beispiel die Gesundheitsförderung und Prävention, Kuration und Rehabilitation sowie Langzeit- und Palliativversorgung. Die Versorgung durch Pflege findet in allen Phasen des menschlichen Lebens statt und ist unentbehrlich.[3]
In der professionellen Pflege arbeiten ca. 1,2 bis 1,7 Millionen Beschäftigte, was damit die größte Gruppe der 6 Millionen Beschäftigten im deutschen Gesundheitswesen darstellt.[4]
Der prognostizierte Bedarf an Pflegekräften wird in Deutschland bis 2049 auf 2,15 Millionen steigen.[5] Dem liegt zu Grunde, dass der Pflegebedarf mit zunehmendem Alter steigt und die sich die Lebenserwartung der Bevölkerung in Deutschland auch durch verbesserte medizinische Versorgung erhöht. Durch den demografischen Wandel entsteht eine Lücke. Viele ältere Pflegekräfte gehen in Rente bei einer gleichzeitig steigenden Zahl der Pflegebedürftigen. Demnach steht die Pflegebranche und auch das deutsche Gesundheitssystem vor der Herausforderung, die pflegerische Versorgungsicherzustellen.[6]

Eine Statistik vom Statistischen Bundesamt (Destatis) zeigt, dass 2023 von den 4,89 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland 67% im eigenen zu Hause überwiegend durch Angehörige versorgt wurden.[7]
Pflegende Angehörige stellen eine wichtige Säule im Gesundheitssystem dar. Die Thüringer Woche der pflegenden Angehörigen: Thüringer Woche für Pflegende Angehörige (www.twpa.de) vom 01. - 07. Juni 2026 macht auf die oft unsichtbare Arbeit von pflegenden An-und Zugehörigen aufmerksam und verweist auf vorhandene Angebote und Initiativen.[8]
Was gibt es für Möglichkeiten, den Problemen der pflegerischen Versorgung entgegenzuwirken?
Neben Maßnahmen zur Gewinnung von Pflegekräften, werden auch andere Ansätze zur Unterstützung des Gesundheitssystems an Bedeutung zunehmen.
Projekte, die die Pflege sowohl im klinischen Bereich und in Einrichtungen als auch im häuslichen Umfeld unterstützen, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, durch technische Unterstützung ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben im häuslichen Umfeld zu ermöglichen. Die wecare-Projekte ENKOS und ROMOBIL verfolgen konkrete Ansätze, Pflege durch Prävention und technische Unterstützung zu entlasten.
Das Projekt ENKOS entwickelt ein smartes Daten- und Sensorsystem für Wohnungen, das Verhaltensänderungen älterer und pflegebedürftiger Menschen frühzeitig erkennt, um gesundheitliche Risiken schneller zu identifizieren und Pflegekräfte sowie Angehörige zu entlasten. Ziel ist es, durch intelligente Auswertung und Integration in medizinische Systeme ein selbstbestimmtes Leben im Alter und besonders in ländlichen Regionen zu ermöglichen.
ROMOBIL entwickelt einen interaktiven Trainingsroboter, der PatientInnen bei der Rehabilitation mittels Ganganalyse unterstützt, eigenständiges Üben zu Hause begünstigt und Bewegungsabläufe gezielt verbessert. Durch telemedizinische Anbindung stärkt das Projekt insbesondere in ländlichen Regionen den Zugang zu moderner Therapie und fördert Selbstständigkeit sowie schnellere Genesung.
Auch die bereits abgeschlossenen wecare-Projekte TEAM (Früherkennung & telemedizinische Nachsorge bei Demenzrisiko), Vital@Home (kontaktlose Vitaldatenerfassung & Monitoring zu Hause) und DigiBusMed (Flexible Mobilität & bessere Erreichbarkeit medizinischer Versorgung) zeigen, wie Pflege unterstützt werden kann.
Umso wichtiger ist es, die gesellschaftliche Bedeutung der Pflege hervorzuheben, sie angemessen zu vergüten und durch technische sowie organisatorische Hilfsmittel zu unterstützen.
Pflege ist ein vielschichtiges Feld, das von Ausbildung und Wissenschaft über die praktische Versorgung bis hin zur Unterstützung pflegender Angehöriger reicht. Die Sicherstellung einer guten pflegerischen Versorgung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die sowohl attraktive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen als auch innovative Technologien erfordert, um Pflegekräfte zu entlasten und Prävention zu stärken.
Quellen:
[1] Kreuz, D. R. (2025, 5.November). Internationaler Tag der Pflege. DRK e.V.
drk-oberlahn.de/aktuell/presse-service/meldung/internationaler-tag-der-pflege.html
[2] Lücke, S. (2018, 5.August). Florence Nightingale: Ihr Leben im Überblick. Online-Portal für Professionell Pflegende.
https://www.bibliomed-pflege.de/news/35300-florence-nightingale-ihr-leben-im-ueberblick
Florence Nightingale: Ihr Leben im Überblick
[3] Moderne Pflege heute. (2026, 2. Auflage)Christa Büker, Julia Lademann, Klaus Müller Moderne Pflege heute: Beruf und Profession zeitgemäßverstehen und leben - Christa Büker, Julia Lademann, Klaus Müller - GoogleBooks
[4] SVR, Gesundheit und Pflege 2024, Statistisches Bundesamt 2024a
[5] Bis 2049 werden voraussichtlich mindestens 280 000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Pressemitteilung (24. Januar 2024). Statistisches Bundesamt. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_033_23_12.html?templateQueryString=pflegeberuf
Bis 2049 werden voraussichtlich mindestens280 000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt - Statistisches Bundesamt
[6] Demografischer Wandel und Pflege | DLR Projektträger. (o. D.). Demografischer Wandel und Pflege | DLR Projektträger.
https://projekttraeger.dlr.de/de/referenzen/ressortforschung-des-bundesministeriums-fuer-gesundheit/handlungsfelder-und-schwerpunkte-der-ressortforschung/demografischer-wandel-und-pflege
Demografischer Wandel und Pflege | DLR Projektträger
[7] Mehr Pflegebedürftige.(02. Januar 2025). Statistisches Bundesamt.
https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/Hintergruende-Auswirkungen/demografie-pflege.html
Mehr Pflegebedürftige - Statistisches Bundesamt
[8] Stiftung ZQP. (2026, 5.Mai). Angehörige - Stiftung ZQP.https://www.zqp.de/schwerpunkt/pflegende-angehoerige/
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